Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 nach Dreieich – Statement des Vorsitzenden

Unser Vorsitzender Florian Obst freut sich wenn er künftig bei Regen nicht mehr aufs Rad umsteigen muss. Bild: p

Statement zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 bis nach Dreieich

Wie bereits in der Presse berichtet, haben die Städte Frankfurt am Main, Neu-Isenburg und Dreieich erste Planungen hinsichtlich einer Verlängerung der Streckenführung in südlicher Richtung nach Dreieich begonnen. Die Vertreter der Gemeinden wollen eine gemeinsame Potentialanalyse erstellen lassen, um die möglichen Effekte einer solchen Verbindung besser darstellen zu können. Bereits im Vorfeld wurden die möglichen Streckenführungen über die Frankfurterstraße seitens der Hochschule Darmstadt untersucht. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, ja – grundsätzlich ist es möglich. 

Herr Obst, wie steht die Neu-Isenburger SPD zu der Verlängerung der Straßenbahnlinie 17 nach Dreieich?

Die Verlängerung der Straßenbahn durch Neu-Isenburg und im besten Fall bis nach Dreieich, ist ein politisches Dauerthema. Wir haben diese Verlängerung schon seit vielen Jahren gefordert, im letzten Kommunalwahlkampf war dies eine zentrale Forderung unserer Partei. Zuletzt haben wir uns im Stadtparlament für die Untersuchung der möglichen Streckenführung im Rahmen des Mobilitätskonzeptes stark gemacht. 

Welche Verbesserungen für Neu-Isenburg erwarten Sie durch die Verlängerung der Strecke?

Bislang haben wir die Straßenbahnendhaltestelle an der Stadtgrenze. Von dort sind der Frankfurter Hauptbahnhof und die Messe sehr schnell zu erreichen. Der vorhandene Park-and-Ride Parkplatz wird sehr gut angenommen, stößt jedoch an seine Kapazitätsgrenzen. Für einer Erweiterung dieser, wäre die Stadt Frankfurt zuständig, da es Frankfurter Gemarkung ist. Die Kolleginnen und Kollegen haben uns diesbezüglich jedoch eine Absage erteilt. Auch die Abstellplätze für Fahrräder sind immer gut gefüllt. Das bedeutet für uns, daß bereits eine hohe Akzeptanz des Verkehrsmittels Straßenbahn vorhanden ist. Mit der Verlängerung erhoffen wir uns, die Akzeptanz und Nutzung der Straßenbahn noch weiter zu erhöhen. Durch eine Anbindung der Fußgängerzone entsteht aus unserer Sicht eine Aufwertung der Einkaufsmöglichkeiten, da die Bürgerinnen und Bürger auf dem Heimweg bequem dort zum Einkaufen ein- und aussteigen können. Zudem würden weniger Neu-Isenburger mit dem Auto zum Park-and-Ride Parkplatz fahren, wenn man bereits am IZ oder auf Höhe der Buchenbusch Siedlung auf dieses Verkehrsmittel umsteigen kann. Auch die zukünftige Stadtmitte Neu-Isenburgs am IZ erhält einen attraktiven Verkehrsknotenpunkt mit Straßenbahn und RTW.

Herr Obst, in den Untersuchungen der Hochschule Darmstadt ist die Rede von weniger Parkmöglichkeiten entlang der Streckenführung auf der Frankfurterstraße. Halten Sie diese Entwicklung für tragfähig?

Neu-Isenburg ist eine überdurchschnittlich hoch motorisierte Kommune, soll heißen, der Anteil der PKW pro Einwohner ist im Vergleich zu anderen Kommunen höher. Aus unserer Sicht kann diesem Aspekt nur durch Schaffung einer attraktiven Infrastruktur des ÖPNV begegnet werden. Erst wenn die bequeme Nutzung und der Zeitvorteil vorhanden sind, beginnen die Bürgerinnen und Bürger umzusteigen. Zudem ist es in der heutigen Zeit aus unserer Sicht nicht mehr haltbar den motorisierten Individualverkehr gegenüber den restlichen Verkehrsteilnehmern zu übervorteilen. Es werden auch mit der Streckenführung über die Frankfurterstraße Parkmöglichkeiten vorhanden sein. In einigen Bereichen ist es bereits heute nur wechselseitig möglich zu parken. 

Hinsichtlich der Kosten eines solchen Großprojektes, stellt sich die Frage, wie das Projekt finanziert werden soll?

Natürlich ist bei solchen Projekten mit enormen Kosten in einem hohen zweistelligen Millionenbereich zu rechnen. Allerdings hat der Bund bereits die Möglichkeiten wesentlich stärkerer finanzieller Unterstützung geschaffen, weswegen wir von einer deutlich geringeren Belastung ausgehen. Zum Anderen erhoffen wir uns Synergieeffekte beim Umbau der Frankfurterstraße, da hier bereits im Rahmen des Förderprogramms „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ Mittel für die Neugestaltung beim Land Hessen angemeldet wurden. Für uns ist eine Verlängerung der Straßenbahn aber auch hinsichtlich der Stärkung des Innenstadtbereiches und des dortigen Einzelhandels eine lohnenswerte Investition.

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen und die klare Positionierung Ihrerseits Herr Obst, eine letzte Frage haben wir noch. Was erhoffen Sie sich darüber hinaus von der Diskussion?

Das Thema ist mittlerweile schon sehr oft diskutiert worden, allerdings sind wir hier nie konkret geworden. Hier hat die Stadt mittlerweile den richtigen Kurs eingeschlagen. Ich hoffe tatsächlich, daß wir hier zeitnah innerhalb diesen Jahres gravierende Fortschritte machen und dieses Projekt nun endlich angehen. Wenn man bedenkt wie schnell die Stadt Frankfurt den Anschluss von Gateway Gardens per S-Bahn sichergestellt, finanziert und umgesetzt hat. Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt im Zuge der Neugestaltung der Frankfurterstraße und der Anbindung Neu-Isenburgs mit der RTW auch diese Infrastrukturmaßnahme anzugehen. Das wäre der richtige und vor allem der notwendige Schritt in Richtung Verkehrswende in Neu-Isenburg. Damit wäre Neu-Isenburg hinsichtlich der Strukturen des ÖPNV für die kommenden Jahrzehnte vernünftig aufgestellt. Der größte Fehler wäre jetzt dieses Projekt zu zerreden. Es müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an unseren Vorsitzenden Florian Obst

unter florian.obst@nullspd-neu-isenburg.eu

Die Berichterstattung der Offenbach Post finden sie hier